Die Bahn – spitzelnder Dienstleister für Atommafia, Militär und Reiche?

Mobilität ist viel wert, gerade in einer so vernetzten Gesellschaft wie wir sie heute haben. Zugriff auf Mobilität ist eine Ressource von besonderer Bedeutung. Ein funktionierendes, ausgebautes Schienennetz, für alle Menschen verfügbar – das wollen wir.
Doch die Realität sieht anders aus – deswegen rufen wir auf zum

Bahnhofsaktionstag am 11.3.2010

Ob mit Flugblättern, Transparenten, Theater, Blockaden, Kletteraktionen oder auch ganz anders – beteiligt euch an eurem regionalen Bahnhof mit einer eigenen Aktion!


Bereits am Mittwoch, den 24.02. machten in Gießen rund um den Hauptbahnhof mehrere Aktivist_innen auf ihre Kritik an der Deutschen Bahn aufmerksam. Mit Flyern, bunten Kreidesprüchen und Transparenten vermittelten sie diese vor allem den Kunden der Bahn AG.

Giessen - Sonne

Dabei spielt kritisierten die Aktivist_innen, dass die Bahn an Militärtransporten verdient und gegen Antimilitarist_innen sogar gerichtlich vorgeht. Außerdem thematisierten sie auch die Verwicklung der Bahn in Atomtransporte und die Repression gegen Anti-Atom-Aktivist_innen wie uns.

Giessen - Automat

Doch auch andere Missstände, wie beispielsweise die Bespitzelungsaffären oder auch steigende Fahrpreise wurden angesprochen.

Giessen - X

Nach kurzer Zeit riefen die Bahnsicherheitsbeamten die Polizei. Zunächst lehnte diese ab, zu kommen, da wohl auch der Polizei klar war, dass Kreidemalen keine Straftat darstellt. Das Drängen der Bahnangestellten führte schließlich dann doch dazu, dass die Polizei Personalienkontrollen durchführte. Die Frage nach einer Rechtsgrundlage wurde genauso unbeantwortet gelassen, wie die nach den Dienstnummern der Beamten. Erst nach einiger Diskussion bekam eine Aktivistin zumindest den Namen eines Beamten – ein schwacher Trost für diese unfaire Behandlung.

Die Aktivist_innen mobilisierten mit der Aktion für den bundesweiten Aktionstag. An diesem Tag soll es darum gehen, der Bahn an möglichst vielen Orten zu zeigen, dass sie mit ihrer Politik – geprägt von Mobbing, Atomtransporten, Rüstungstransporten und nicht zuletzt Kosteneinsparungen auf Kosten von Sicherheit – nicht auf Gegenliebe stößt.


Atomtransporte
Atomkraftwerke produzieren Atommüll, der eine Million Jahre lang sicher lagern muss. Weltweit gibt es kein Endlager für den tödlichen Abfall. Um das zu vertuschen wird der Müll immer wieder von einem Ort zum nächsten verschoben- gegen den Widerstand vieler engagierter Menschen durchgesetzt von Bahn und Polizei. Die Bahn ist sogar selbst Miteigentümer eines Atomkraftwerkes. Atomausstieg sofort! (www.contratom.de).

Militärtransporte
Die Bahn fungiert als Dienstleister für die Bundeswehr und transportiert Kriegsgerät. Sie ist damit mitverantwortlich für die Kriege des deutschen Militärs. Gegen antimilitaristische Aktivist_innen geht die Bahn mit Klagen vor.
Kriege verhindern, Bundeswehr abschaffen! (www.militarismus-jetzt-stoppen.de.vu).

Bespitzelung und Mobbing, Lohndumping
Mitarbeiter_innen der Bahn berichten immer wieder über politisch motivierte Entlassungen und Mobbing bei der Bahn. Wer politisch nicht die Linie der Bahn vertritt, oder als Bauernopfer in die Konzernpolitik passt, wird entsorgt. Alle Arbeiten, die outgesourct werden können, werden an Subunternehmen vergeben, die möglichst billig arbeiten. Arbeitnehmer_innenrechte verteidigen, Organisierung stärken- Mobbing entgegentreten! (Buchempfehlung: Günter Wallraff „Aus der schönen neuen Welt“)

Privatisierungspläne
Dank der Finanzkrise ist die Privatisierung der Bahn vorerst vom Tisch- die Pläne liegen jedoch noch immer in der Schublade und zeigen worum es der Bahnspitze geht: Gewinnmaximierung statt Bahn für alle. Die Folgen einer Privatisierung zeigen sich in anderen Ländern: Das Schienennetz verschwindet aus der Fläche, Orte werden abgeschnitten und die Zahl der Unfälle steigt (www.bahn-fuer-alle.de).

Einsparungen auf Kosten der Sicherheit
Nicht erst seit dem Berliner S-Bahn-Skandal ist klar: Solange es keinen öffentlichen Druck gibt, wird die Bahn weiterhin an der Sicherheit sparen. Devise ist: Was noch fährt, bringt Kohle.

Mobilität für Reiche
Die Schnellstrecken werden weiter ausgebaut und kleine Bahnhöfe geschlossen. Es entstehen Wartebereiche für Privilegierte, während normale Reisende frieren müssen. Fahrkarten sind unbezahlbar und Mobilität wird zum Luxus. Wir fordern: Öffentlicher Nah- und Fernverkehr- kostenlos für alle!

Vergangenheitsbewältigung
Die unrühmlichen Kapitel der Konzernvergangenheit werden nicht behandelt, sondern totgeschwiegen und blockiert. So hatte beispiels-weise der an die Deportationen von Kindern im dritten Reich mahnende „Zug der Erinnerung“ immer wieder Probleme, überhaupt die Schienen nutzen zu dürfen und an Bahnhöfen halten zu dürfen (www.zug-der-erinnerung.eu).

Zeigen wir der Bahn, was wir von solch einer Politik halten!