Archiv für Juni 2010

Es wird Zeit für Sommer- und Herbstaktivitäten!

Wer sichtbar gegen Atomkraft aktiv werden will, hat aktuell viele Möglichkeiten dazu. Besonders gilt es in den nächsten Wochen und Monaten wieder einmal Castortransporte aufzuhalten. Bereits jetzt laufen in vielen Gruppen Vorbereitungen für den Gorleben-Castor im November. Gleichzeitig kann jederzeit der Ahaus-Castor rollen – und auch dort ist es sinnvoll und wichtig bereit zu sein und mit direkten Aktionen deutlich zu machen, dass es Widerstand geben wird, solange an dieser Technologie festgehalten wird.
Ganz aktuell soll allerdings Müll von Geesthacht nach Lumin transportiert werden – über einen Umweg quer durch Europa.
1979 endete Geschichte des (hierzulande) einzigen Atom getriebenen Frachtschiffs, der „Otto Hahn“. Jetzt – 30 Jahre später lagern immer noch Brennstäbe des Frachters auf dem Gelände in Geesthacht. Sie sollen im Juli nun in ein Zwischenlager in Mecklenburg-Vorpommern gebracht werden – vorher müssen sie allerdings 3300 Kilometer quer durch Europa gefahren werden. Insgesamt lagern auf dem GKSS-Gelände noch 52 Brennstäbe, jeder etwa ein Meter lang. Bislang hieß es häufig, dass alle Überbleibsel des Meilers auf dem Gelände eines Forschungszentrums in Karlsruhe liegen würden, in Geesthacht lediglich der leere Druckbehälter der „Otto Hahn“ eingelagert sei.
In diesem Jahr trennt sich die GKSS von allen kerntechnischen Anlagen, auch
die Brennstäbe sollen aus Geesthacht verschwinden. Doch der vom Bundesamt für
Strahlenschutz genehmigte Abtransport ist kompliziert: „Die Brennstäbe werden
zunächst in das Kernforschungszentrum Cadarache in Frankreich transportiert
und dort zusammen mit Brennstoff aus dem früheren Reaktor des
Forschungszentrums Karlsruhe in Castor-Behälter geladen“, sagt Oliver Breuer, Sprecher des Kieler Justizministeriums, bei dem auch die Atomaufsicht angesiedelt ist. Von Südfrankreich aus sollen die strahlenden Forschungsabfälle dann wieder quer durch Europa nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren werden: zum Zwischenlager Nord in Lubmin bei Greifswald.
Die Brennstäbe werden voraussichtlich schon nächste Woche über unsere Straßen rollen.

OWI-Prozess abgesagt

Gerade erst bekannt: am gestrigen Samstag Nachmittag kam ein Brief vom AG Karlsruhe, dass der Ordnungswidrigkeitenprozess (siehe unten) wegen Verweigerung der Personalienangabe gegen Franziska abgesagt und das Verfahren auf Kosten der Staatskasse eingestellt ist. Fast schon schade – aber es gibt ja immer noch genügend andere Orte und Möglichkeiten Unsinn zu treiben… ;)

Außerdem: Das Gentechnik-Solifax (siehe unten) für die drei Angeklagten in Rostock bleibt aktuell, da der erste Verhandlungstag innerhalb kürzester Zeit geplatzt ist und noch kein neuer Termin bekannt – also falls ihr noch nicht gefaxt habt: ihr könnt es noch nachholen! Nicht vergessen :)

Von der Zuschauerin zur Angeklagten

Es geht um den Vorwurf eine Person hätte die Angabe von Personalien verweigert.
Franziska nahm im Februar 2010 als Zuschauerin an einem Schwarzfahr-Prozess in Karlsruhe teil. Gegen sie wurde ein Ordnungsgeld verhängt, weil die verhandelnde Richterin ihr vorwarf, sie hätte sich während der Urteilsverkündung (Freispruch!) hingesetzt. Der Ordnungsgeldbeschluss wurde inzwischen verworfen. Doch nun wird behauptet, sie hätte in diesem Zusammenhang die Angabe ihrer Personalien verweigert.

Wahrheit

Die einmalige Premiere der Vorstellung, in der die Angeklagte, ähh… Protagonistin offensiv für ihre Rechte kämpfen wird, findet am Montag, 14. Juni 2010 ab 09:30 Uhr am Amtsgericht Karlsruhe (Schlossplatz 23, Saal VI) statt.
Franziska läd dazu ein, die Aufführung zu begleiten – egal ob als neugierige Zuschauer oder als als aktive und kreative Darsteller …
Flyer

Weitere Termine von Prozessen gegen politisch aktive Menschen finden sich hier