Demonstration gegen Atommülltransporte von Geesthacht nach Frankreich

Am heutigen Sonntag um 14 Uhr findet eine genehmigte Demonstration vor der Hauptzufahrt der GKSS in Geesthacht statt. Dazu rufen mehrere Anti-Atom-Initiativen und Umweltschutzgruppen aus Nord-Ost-Niedersachsen, Hamburg und dem Herzogtum Lauenburg auf.


Ort der Demonstration: Hauptzufahrt der GKSS von der Bundesstr. 5 aus, Max-Plank-Str./südlich Kreuzung Otto-Hahn-Str., direkt vor dem Pförtner-Gebäude der GKSS, 21502 Geesthacht
Die Zufahrt per PKW ist nur über die B 5 möglich, die GKSS liegt in ca. 1 km Luftlinie nordöstlich vom Pannenmeiler Krümmel entfernt.

Zeit: 4. Juli 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr Versammlung, ab 13.30 Uhr Anreise der Versammlungsteilnehmenden

Anlass der Proteste ist der voraussichtlich im Juli 2010 stattfindende Abtransport von abgebrannten Brennelementen, die aus dem gescheiterten Projekt „Otto Hahn“, dem ersten und einzige atomar betriebene Schiff, stammen. Der Transport mit den abgebrannten Brennelementen des Atomreaktors der Otto Hahn wird vermutlich durch das Transportunternehmen HCS (HEAVY CARGO + SERVICE), einem Tochterunternehmen der NCS (NUCLEAR CARGO SERVICE) durchgeführt. Beide Firmen haben ihre Zentrale im hessischen Hanau, wie damals die Skandal-Firma TRANSNUKLEAR GmbH. Schon in der Vergangenheit hatte sich in Sachen Sicherheit die NCS nicht mit Ruhm bekleckert. Zuletzt wurde im Februar 2008 der NCS „… ein fahrlässiger Umgang mit Atommüll …“ vorgeworfen. Mehr dazu.

Mit jedem Transport des Atommülls steigt sein Wert. Nuclear-Spediteure können sich die Hände reiben, da durch die ungelöste Endlagerung der Atommüll kreuz und quer durch die Welt kutschiert wird. Bei jedem Transport wieder neu kassiert. Bezahlt wird das vom Bürger über die Stromrechnung, nur weiß er davon nichts.

Bleibt zu hoffen, dass der Atommülltransport vor Abfahrt bei der GKSS überprüft wird, um zu vermeiden, dass die gefährliche Fuhre nicht, wie erst kürzlich am 7. März 2010 passiert (siehe hier und hier), von der Autobahnpolizei gestoppt werden muss.

Die Route des Strassen-Transportes führt vermutlich über 1.540 km über Geesthacht, Bergedorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Frankfurt, Karlsruhe, Freiburg, Lyon in das südfranzösische Atomzentrum Cadarache. Nach Konditionierung und Verladung fährt der Transport über die selbe Route zurück und weiter an Rostock vorbei in das Zwischenlager Lubmin bei Greifswald über knapp 1.800 km. Das Zwischenlager hat eine Genehmigung für längstens 40 Jahre. Wo der Atommüll später endgelagert werden soll, ist fraglich. Wahrscheinlich ist eine Einlagerung im Salzstock Gorleben geplant, wobei aufgrund geologischer und juristischer Mängel nicht absehbar ist, ob Gorleben jemals in Betrieb gehen kann.

Weitere Information finden Ihr hier und im Krümmel-Blog.