Hier die Presseeinladung für den zweiten Prozesstag

25. Oktober 2010 – Presseeinladung
Zweiter Prozesstag gegen Castorblockierer_innen von Berg

Kandel/Südpfalz – Am Dienstag, den 26. 10.2010 um 11:00 Uhr geht die Verhandlung gegen sechs Anti-Atom-Aktivist_innen am Amtsgericht Kandel in die zweite Runde. Zwei von ihnen hatten sich im November 2008 in Berg an die Schienen gekettet und den Castortransport so über zwölf Stunden blockiert. Nun sind sie der Nötigung angeklagt, mit ihnen vier weitere Aktionsbeteiligte wegen Beihilfe zur Nötigung.

weiterlesen


1 Antwort auf „Hier die Presseeinladung für den zweiten Prozesstag“


  1. 1 Michael 28. Oktober 2010 um 6:15 Uhr

    2. Prozesstag in Kandel
    Sowohl der Oberstaatsanwalt, der der Gerichtsöffentlichkeit zuerst nicht einmal seinen Namen nennen wollte, als auch der Richter Stark erwecken bei mir den Eindruck von gesellschaftlichen Blindgängern. Sie haben nach 2 Jahren und 2 versiebten Verhandlungstagen offensichtlich noch nicht einmal die Dimension der Materie erahnt über die sie gerade in Kandel verhandeln. Ein angedeuteter Kuhhandel nach bester Pferdetäuschermanie auf dem Basar- Anerkennung der bisherigen Strafbefehle durch die „Angeklagten“ gegen den Verzicht der Staatsanwaltschaft auf Erweiterung des Strafmaßes auf utopische Freiheitsstrafen ist ein Beleg dafür, dass sie „ Rechtsfindung“ ihr eigentlicher Existenzzweck, überhaupt nicht interessiert. Da es zu ihrem Berufsbild gehört
    sowohl Be- wie auch Entlastendes über die Angeklagten und ihre Motive wegen gerechter Urteilsfindung in den Prozess einzubringen, vermisse ich als interessierter Zuschauer bisher die Andeutung, das Allgemeinbildung über Atom- und Plutoniumwirtschaft sie irgendwann mal berührt hat. Ich empfehle deshalb als Feierabendlektüre die KIKK Studie des Dr. med. Winfrid Eisenberg vom IPPNW. Das Kürzel steht für „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken“. In Auftrag gegeben hat sie im März 2003 das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), eine dem Bundesumweltministerium unterstellte Behörde. Durchgeführt hat die Studie das Deutsche Kinderkrebsregister am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz. Und das auf Antrag vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft, wenn sie schon den „Angeklagten“ Beistände verweigern.
    Daraus könnte zumindest zu ersehen sein, dass es für eine gewaltfreie Aktion wie den Protest und Blockade gegen die strahlende Fracht aus Le Hague andere Motive außer Habgier oder Zerstörungswille gibt.
    So zum Beispiel: Den Atombombenbauern das Material entziehen oder das Gedenken an Tschernobyl. Einige der „Angeklagten“ sind aus dem Tschernobyljahrgang 1986. Zum Jahreswechsel 87 lief die Karlsruher Kinderklinik fast über. Von 4 Geburten in einer Nacht 3 mit Sammeltransport (heute schon wieder!) ab in die Kinderklinik wegen Herzproblemen oder als Mangelgeburt. Also sind auch persönliche Motive zu unterstellen. Oder die nicht ermittelte und veröffentlichte Krebsrate um Philipsburg, die ständig ansteigt.
    Sollte dem Richter wirklich an einem „kurzen Prozess“ gelegen sein, wäre ein Angebot eines Strafzettels von 25 € für das Begehen der Schienen (soviel beträgt nach Auskunft der Polizei zur Zeit die Fußgängermaut der DB auf den Schienen zwischen Berg und Wörth) und noch mal 5 € für das Sitzen, selbst wenn ein Castortag sehr anstrengend ist. Für das Liegen noch mal 25 €, auch wenn es nicht sehr bequem war. Den das alles ist ja unbestreitbar.
    Das würden die „Angeklagten“ sicher nicht ausschlagen können, denn der nächste Transport steht gerade an.

    Michael

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.